Bildbewertung: Literaturland Hessen

Bildbewertung: Literaturland Hessen

Im August hatten wir kurzentschlossen das Zusatzthema “Literaturland Hessen” als Bildbewertungsrunde hinzugefügt. Nun liegen die Bilder vor.

Über einen entsprechenden Hinweis im Newsletter der Zeitschrift FotoHits waren wir auf einen Fotowettbewerb gestoßen, den hr2-kultur, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Photokontor Kittel gemeinsam veranstalten:

Mein Bild zum Buch – Hessische Literatur im Fokus

Gesucht sind Bilder mit hessischem Literaturbezug. Zu gewinnen gibt’s auch was. Alles zum und über den Fotowettbewerb findet Ihr hier:

Fotowettbewerb Mein Bild zum Buch 2020

Der Fotowettbewerb selbst war uns eigentlich nicht so wichtig, aber wir wollten ihn gerne für den Club adaptieren und als zusätzliches Thema für unsere Bildbewertung aufnehmen.

Mit dem Aufnehmen eines bzw. bis zu dreier Bilder alleine war es also dabei nicht getan. Zu jedem Bild waren Zusatzangaben zu machen, wie Titel des Buches und Autor/Autorin sowie eine Erläuterung zum ‘Hessen-Status’. Eine kleine Buchbeschribung oder Inhaltsangabe wäre auch schön (aber kein Muss).

Die Bilder/Bücher

Bernd Susenburger

Mein Bild zum Buch ‚Leonce und Lena‘ von Georg Büchner

Im Jahr 2013 gedachte man vielerorts des 200. Geburtstags von Georg Büchner, der in Goddelau, einem Ortsteil von Riedstadt, geboren wurde. Was lag da näher, diesen großen Dichter mit einer Theateraufführung in der ‚Büchnerstadt Riedstadt‘ gebührend zu ehren?

Aber Georg Büchners ‚Leonce und Lena‘ als Theaterprojekt für Kinder? Geht das? – Aber ja doch! Sofern das Hintergründige aus dem Original passend für diese Altersgruppe (8 bis 13 Jahre) aufbereitet wird. Hervorragend geeignet als Vorlage diente das Bilderbüchlein ‚Leonce und Lena‘ von Beate Kirchhof, wobei es lediglich als Idee einer Kerngeschichte diente, die Endfassung der Kinder entstand in vielen dokumentierten Improvisationen und Brainstormings. In dieser Eigenproduktion geht es um Fremdbestimmtsein, Auflehnung und Einstehen für bestimmte Werte, aber auch um Identität, Freundschaft, Solidarität, Mut und Entschlossenheit. Und obwohl es eine selbst verfasste Bühnengeschichte von Kindern mit Kindern ist: der olle Büchner wurde von den jungen Protagonisten in vielen Szenen verinnerlicht, so dass das Stück nicht ganz ‚entbüchnert‘ auf die Bühne gestellt wurde.

Das Stück ‚Lieber jetzt mutig sein als irgendwann‘ von der Theatergruppe des TV Crumstadt wurde 2016 mehrmals aufgeführt. Das Foto zeigt eine schicksalhafte Begegnung zwischen Leonce und Lena, die beide auf der Flucht sind und sich zufällig nachts im Wald begegnen.

Monika Seidel

Rainer Maria Rilke – Herbsttag – 1902

Herr, es ist Zeit. Der Somer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei drei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, un djage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rilke verbrachte in den Jahren 1905 und 1906 einige Zeit auf Schloss Friedelhausen an der Lahn (bei Lollar) als Gast der Gräfin Luise von Schwerin zu.

Peter Stollenmayer

Noch tiefer in den Wald

Die Frau führte die Kinder noch tiefer in den Wald,
wo sie ihr Lebtag noch nicht gewesen waren.

Hänsel und Gretel, ein Märchen der Brüder Grimm, 1812

Monika Seidel

Jan Seghers – Die Braut im Schnee

Kapitel 18

Nächtliche Verfolgung und Suche nach einem Verdächtigen, der von Oberrad aus über den Steg der Staustufe den Main ins Osthafengebiet überquert hat. Kommissar Marthaler und Polizist Toller suchen im Gebiet zwischen Lindleystraße und Franziusstraße, Zollamt und Honsellbrücke

Ingrid Stollenmayer

Wörtersee

Der Gedichtband mit dem Titel „Wörtersee“ stammt von Robert Gernhardt (1937 – 2006). Gernhardt lebte als Dichter und Schriftsteller, Maler und Zeichner in Frankfurt am Main und in der Toskana. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Heinrich-Heine-Preis und den Wilhelm-Busch-Preis.

Monika Seidel

Anna Seghers – Das siebte Kreuz

1937 bricht Georg Heisler mit sechs Mitgefangenen aus dem Konzentrationslager Westhofen bei Worms aus. Der KZ-Kommandant Fahrenberg befiehlt, die Entflohenen innerhalb von sieben Tagen zurückzubringen. Er lässt die Kronen von sieben Bäumen kappen und an den Stämmen in Schulterhöhe je einen Querbalken anbringen, so dass sieben Kreuze entstehen, eines für jeden Flüchtigen. Sechs der Entflohenen werden entweder gefasst oder kommen auf der Flucht um, doch das siebte Kreuz bleibt frei. Georg Heisler gelingt schließlich die Flucht in Richtung der Niederlande. In den ersten Tagen der Flucht sucht Heisler frühere Bekannte in Frankfurt auf, wandert dort von Versteck zu Versteck, bis er über Mainz auf einem Schiff rheinabwärts entkommen kann.

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Ingrid Stollenmayer

Café Engel

Das Foto gibt folgendes Zitat aus dem ersten Roman der „Café Engel“-Trilogie wider: „Liest du eigentlich den Wiesbadener Kurier oder benutzt du ihn nur als Unterlage für deine Kaffeetasse?“. Die Trilogie spielt zwischen 1945 und 1959 in Wiesbaden und wurde von Marie Lamballe geschrieben. Marie Lamballe wuchs in Wiesbaden auf und lebt jetzt in der Nähe von Frankfurt am Main.

Peter Stollenmayer

An den Mond

Füllest wieder Busch und Thal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz.

Johann Wolfgang von Goethe, An den Mond, 1778

Peter Stollenmayer

Charlotte Link

Einige Bücher der hessischen Krimiautorin Charlotte Link zusammengefasst in der Kugel

Ingrid Stollenmayer

Georg Büchner

Das Foto zeigt das Geburtshaus und ein Zitat von Georg Büchner in Riedstadt-Goddelau.

Gabriela Scholl

Pfungstädter Galgen

Verbinde ich mit dem Krimi: Tod am Galgen. Dieser steht eigentlich im Odenwald, aber da dort gerade Filmaufnahmen gemacht werden, war ein fotografieren nicht möglich. Buch ist lesenswert.

Gabriela Scholl

Familiengruft

Fürst Friedrich, Landgraf von Hessen, hatte eine nicht standesgemäße Frau geheiratet und sonst keine.

Von den Landsleuten anerkannt und beliebt.

Die Familiengruft steht neben der Lutherkirche in Griesheim.

Diese und andere Geschichten aus dem Hause Hessen stehen in dem Buch „ Ludwigs-Lust“.

Gabriela Scholl

Altes Darmstädter Gefängnis

Besteht nur noch aus ein paar alten Mauern und wird derzeit restauriert. Der Erinnerung an den Tod von Friedrich-Ludwig Weidig, ein Weggefährte von Georg Büchner, wird mit einer Tafel an einer Mauer des Gefängnisses gedacht sowie in dem Buch „Darmstadt, ein Lesebuch“ besonders beschrieben.

Das Bild entstand bei einem meiner vielen geführten Stadtspaziergängen, diesmal unter dem Motto „Morde am Darmbach“