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Bernd Susenburger

Werde ich gefragt, warum ich mittlerweile fast nur noch Schwarzweiß-Fotos mache, bin ich geneigt, zurück zu fragen: „Warum fotografierst du in Farbe?“ Es gibt da den Satz eines bekannten Fotografen: “Farbe ist zu geschwätzig.“ Ich möchte es anders ausdrücken: Für mich bietet SW einfach mehr mehr Optionen, meine Fotos zu interpretieren, es ermöglicht die stärkere Konzentration auf die Beziehung zum Objekt, ebenso eine (künstlerische) Verdichtung der Bildaussage. Es ist schlicht und einfach die ganz eigene Ästhetik, die monochrome Fotografien auszustrahlen vermögen. Der kanadische Fotojournalist Ted Grant fasste es einmal so zusammen:

Wenn du Menschen in Farbe fotografierst, dann fotografierst du ihre Kleidung. Wenn du aber Menschen in Schwarzweiß fotografierst, dann fotografierst du ihre Seelen.

Dieser Satz trifft insbesondere auf mein großes Vorbild zu, den viel zu früh verstorbenen großartigen SW-Fotografen Pedro Luis Raota, dessen Bilder die Seelen der Menschen in seinen Kunstwerken sichtbar werden ließ.

Trotz alledem werde ich mich auch weiterhin zuweilen – sprich: bei bestimmten Motiven – für Farbe entscheiden, nur so wird und bleibt Fotografie ein Ganzes.

 

 Mehr Bilder von Bernd Susenburger gibts in der Fotocommunity.

 

 

 


Links

Ted Grant (National Gallery of Canada – englisch)

Pedro Luis Raota